Alltag

...Der Alltag hat mich wieder eingeholt, zu schnell verging die Woche die zum Erholen dienen sollte, doch kaum ist der Alltag wieder da ist meine Energie wieder aufgebraucht! Funktionierend und ferngesteuert lauf ich durch diese Welt, in Gedanken oft versunken in einer anderen Welt, in der alles anders scheint. 1000 Fragen schwirren immer wieder durch mein Kopf: Hab ich alles erledigt? Hab ich irgendetwas vergessen? Oder verbirgt sich wieder irgendwo ein schussel Fehler von mir? Ob mein Mitbewohner wohl da ist oder sich mit seiner Freundin trifft? Ob ich wieder mal sein Dreck weg machen darf? Muss ich eigentlich noch Einkaufen? Ob endlich ein Brief vom Jobcenter kam? Was mach ich wenn ich keine Verlängerung kriege? Wie soll ich alles zahlen ohne den Zuschuss? Ob ich trotz weniger stunden noch genauso viel Geld kriege auf Arbeit? Denken meine Chefs ich bin zu labil? Oder verstehen Sie mich wirklich? Wie war wohl der Tag meiner liebsten? Ob Sie wieder etwas beruhigter ist? Wie kann ich Sie da rausholen aus dem tief in dem Sie steckt? Ob wir noch dieses Jahr umziehen? Kommen wir noch dieses Jahr weg aus unseren Höllen Städten? Oder müssen wir noch ein viertel Jahr funktionieren und Kämpfen? Wann können wir beide endlich wirklich Leben? Wieso kommt jetzt alles auf einmal? Wie wird es wohl meine Mutter hinkriegen ohne Rente? Sollte ich mal zu Ihr fahren? ...... Fragen über Fragen in meinem Kopf. Ich versuche mich mit Lesen abzulenken, doch ist es nur eine versuchte Flucht aus dieser Welt in eine andere die scheitert, denn wieder Spiegelt sich mein Leben in den Zeilen des Buches. Vielleicht sollte ich mal was anderes Lesen, aber irgendwie tut es gut zusehen es geht nicht nur mir so, also lese ich weiter. Oh verdammt ich muss Aussteigen und wieder war ich vertieft in einer anderen Welt. Wenn ich nicht Lese, höre ich Musik und beobachte die Menschen um mich herum, alle scheinen so normal, keiner wirkt so wie ich oder nehme ich dies nur so wahr?! Ich beneide manche Menschen um Ihren Style, Ihr aussehen und Ihre Ausstrahlung, ob man sieht wie unsicher ich eigentlich bin? Ich versuche stehts selbstbewusst zu wirken, doch eigentlich bin ich alles andere als das, doch dies soll keiner merken, also setzte ich täglich meine "Maske auf. Die Realität holt mich oft genug ein, reißt mich aus meiner schwarz-weißen Welt heraus und zeigt mir wieder einmal mehr wie mein Leben doch eigentlich Tatsächlich ist. Ich bin froh, wenn ich zuhause bin, denn hier muss ich mich nicht wirklich verstellen. Meinem Mitbewohner ist es leicht vor zugaukeln, dass es mir gut geht, der peilt es eh nicht, daher ist es nicht so anstrengend wie wenn ich auf die Straße muss. Zuhause verkrieche ich mich zu gerne in mein Zimmer und bin ganz in meiner eigenen Welt. Alle 2 Wochen wenn meine Freundin kommt scheinen all meine Sorgen vergessen, Sie ist wie ein Licht am Ende des Tunnels für mich, in Ihrer nähe weiß ich was es heißt Glücklich zu sein und zu Leben. Um so mehr reißt es mich immer wieder nach unten wenn Sie dann Sonntags wieder fahren muss, diese Abschiede ich hasse sie, denn ab dann beginnt wieder der quälende Alltag. Schlafen, Aufstehen, Duschen, Klamotten raussuchen,anziehen,Frühstücken,Kaffee trinken, Rauchen, essen für Arbeit machen, Schminken, Haare stylen, Mütze auf, Jacke und Schuhe an. Los geht´s zur Arbeit, ab zur S-Bahn, während dessen eine Rauchen, auf die S-Bahn warten, die wieder viel zu voll für mich ist und ich am liebsten wieder heim gehen würde, doch dies kann ich das nicht bringen, also heißt es zusammen reißen, einsteigen, auf ein Sitzplatz hoffen, erleichtert sein als endlich einer frei wird, paar Minuten später aussteigen, zum Bus laufen und wieder warten, Einsteigen um paar Minuten später wieder aus zusteigen und die letzten Meter zum Büro laufen. Im Büro angekommen heißt es lächeln aufsetzten, ab jetzt freundlich zu jedem sein und erstmal alle begrüßen, Jacke ausziehen und ran an den PC, Mails checken & bearbeiten, anrufe entgegen nehmen, Zwischendurch nen Kaffee trinken und eine Rauchen, dann Mittags ab zu den Wohnungsbesichtigungen, Standardtext herunter rasseln und weiter freundlich lächeln ganz egal wie genervt man ist. Endlich Feierabend ab nach Hause, meine Stimmung ist am Nullpunkt, doch ich lass es mir nicht anmerken. Zuhause etwas essen, Laptop oder TV an und chillen. Irgendwann geht´s dann einfach nur noch schlafen, vorher noch die Med genommen um vielleicht mal besser zu schlafen, doch weiß ich dass dies eh nicht der Fall sein wird und ich wieder X mal aufwachen werde und meine Träume mich plagen werden. Mein alltäglicher Rhythmus, alles passiert komplett automatisiert. Ich funktioniere, doch wirklichen Leben tu ich schon lange nicht mehr, nur in meiner eigenen kleinen Welt hab ich das Gefühl zu Leben.

29.10.14 18:49

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